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Nachhaltigkeitsbericht 2014_opti

20 Herausforderungen und Strategie Rohstoffsicherung und Ressourcenschonung Deutschland befindet sich im notwendigen Wandel zu einer ressourcenschonenden und auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Kreislaufwirtschaft. Die Baubranche ist ein entscheidender Schlüssel auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft, denn sie gehört weltweit zu einem der ressourceninten- sivsten Wirtschaftssektoren. Allein in Deutschland werden jährlich rund 550 Millionen Tonnen mineralischer Baustoffe neu eingesetzt. Gleichzeitig verursacht der Bausektor hierzu- lande rund 52% des gesamten Abfallaufkommens. Ziel muss es sein, im gesamten Lebenszyklus von Baustoffen deutlich weniger Ressourcen zu verbrauchen und die Treibhausgas- emissionen maßgeblich zu verringern. Für die Betonindustrie sind vor allem die knapper werden- de Ressource Sand sowie natürliche Gesteinskörnungen von strategischer Bedeutung. Weltweit werden für die Herstellung von Beton jährlich ca. 30 Milliarden Tonnen Sand verbraucht. Schon heute fehlt in vielen Teilen der Erde geeigneter Sand in Verarbeitungsstätten, so dass er über lange Strecken transpor- tiert werden muss. Im Jahr 2012 wurden allein in Deutschland 235 Millionen Tonnen Sand und Kies gefördert. Weltweit stei- gen mittel- und langfristig die Preise für Naturrohstoffe durch das begrenzte Angebot und eine wachsende Nachfrage. Rinn bezieht jährlich etwa 400.000 Tonnen Primärrohstoffe wie Natursteinsplitt und Sand überwiegend aus regionalen Quellen. Langfristig ist mit einem allmählichen Versiegen regi- onaler Vorkommen zu rechnen. Genehmigungen zur Erschlie- ßung neuer Rohstoffvorkommen werden aufgrund des Natur- und Landschaftsschutzes heute nicht mehr ohne Weiteres erteilt und können bis zu zehn Jahre in Anspruch nehmen. Unser strategisches Ziel ist es, die Abhängigkeit von Primär- rohstoffen durch Optimierung des Ressourceneinsatzes sowie einer Verbesserung der Materialeffektivität zu verringern. Ge- rade im Hinblick auf das hohe Abfallaufkommen im Bausektor birgt der geordnete Rückbau und die Wiederverwertung von Betonstein ein großes Potenzial zur Erhöhung der Ressourcen- effektivität. Schon heute werden 92% in einer minderwerti- gen Nutzung wie dem Straßenbau wiederverwertet. Bisher haben zahlreiche restriktive Baubestimmungen aus den 1990er Jahren einen breiten Einsatz von Recyclingbeton in Deutschland verhindert. Mittlerweile sind durch Innovationen in der Betonherstellungs- und Aufbereitungstechnik Möglich- keiten für einen vielfältigen Einsatz von sogenanntem R-Beton gegeben. Daher erachten wir eine Überarbeitung und Anpassung der entsprechenden Regelwerke als notwendig. Die Substitution wertvoller Primärrohstoffe wie Kies und Naturstein durch den Einsatz hochwertigen Recyclingsplitts erforschen wir seit 2012. Nach einer zweijährigen Testphase setzen wir nun zunächst geringe Mengen davon in unserer Fertigung ein. Studien zeigen, dass R-Betonstein mit einem Recyclinganteil von 50% realisierbar ist und schon 2016 erste Serienprodukte Marktreife erlangen können. Unsere Vision ist es, einen geschlossenen Stoffkreislauf nach dem Cradle to Cradle® Prinzip aufzubauen. Zukünftig kann ein Rücknahmesystem für Altpflaster die bisherige Lücke im Le- benszyklus schließen, indem dieses als Sekundärrohstoff dem Fertigungsprozess wieder zugeführt wird. Mehr »›S. 68 Umwelt Seit 2015 wird unser Betonbruch hochwertig recycelt.

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