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Nachhaltigkeitsbericht 2014_opti

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und aus Mitteln des Landes Hessen gefördert. Foto: berufundfamilie gGmbH Die Beschäftigungssituation in Deutschland, wie auch in Hessen, ist vom demografischen Wandel geprägt. Das führt zu einem Fachkräfte- mangel und dazu, dass immer mehr Beschäftigte sich neben dem Beruf um die Pflege von Angehörigen kümmern. Gründe hierfür sind nicht nur die demografisch bedingte Zunahme der zu pflegenden Menschen und damit der Pflegenden, sondern auch Entwicklungen wie eine hö- here Frauenerwerbsbeteiligung, eine längere Lebensarbeitszeit und die Alterung der Belegschaften. Wir, die Unterzeichner, haben gemeinsam das Ziel, die Herausforde- rungen der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege aktiv anzunehmen. Mit der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege werden Beschäftigte unterstützt, Fachkräfte gebunden und Arbeitgeber gestärkt. Eine engere Bindung der Beschäftigten an den Arbeitgeber, ein niedrigerer Krankenstand sowie eine Verbesserung des Image schaffen Wettbewerbsvorteile. Der Standort Hessen soll systematisch weiterentwickelt werden. Es geht uns darum, tragfähige Lösungen zu entwickeln, die sowohl den Anforderungen der Arbeitgeber als auch den Belangen der Pflegenden und nicht zuletzt der pflegebedürftigen Angehörigen Rechnung tragen. Mit der Unterzeichnung dieser Charta wollen wir folgende Beiträge leisten: 1. Wir wollen ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem die Pflege der Angehörigen kein Tabu ist. Wir stimmen darin überein, dass Beschäftigte, die Angehörige pflegen oder betreuen, eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe übernehmen. 2. Wir wollen eine Organisationskultur fördern, die von Respekt und Wertschätzung für die Übernahme der Ver- antwortung für pflegebedürftige Angehörige geprägt ist. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass alle Be- schäftigten, insbesondere solche mit Führungsaufgaben, diese Werte erkennen, teilen und leben. 3. Wir wollen einen lösungsorientierten Umgang mit den Situationen der pflegenden Beschäftigten etablieren, denn jede Pflegesituation ist anders und kann sich zudem immer wieder ändern. 4. Wir wollen den innerbetrieblichen Informationsstand über die gesetzlichen Rahmenbedingungen und über die im Betrieb und in der Kommune vorhandenen Unterstützungsleistungen bei allen Beschäftigten verbessern. 5. Wir wollen einen innerbetrieblichen Dialog über unsere Aktivitäten bei der Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege aufbauen und regelmäßig innerbetrieblich Auskunft über die erfolgten Fortschritte geben. 6. Wir wollen unser Engagement für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu einem Bestandteil des externen Dialogs machen. Unser gemeinsames Ziel ist, die Übernahme der Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige zu unterstützen. Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Hessen Frankfurt am Main, den 18. November 2013 Anja Viehl Personalleiterin, Rinn Beton- und Naturstein GmbH & Co. KG Die Initiatoren dieses Projekts sind die AOK – Die Gesundheitskasse in Hessen, die berufundfamilie gGmbH – Eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. und das Hessische Sozialministerium. 95 Pflege und Beruf Als Unternehmen sehen wir es als unsere Pflicht, Mitarbeiter bei der Pflege von Angehörigen zu unterstützen. Gemeinsam mit neun hessischen Großunternehmen haben wir 2013 die Charta für Beruf und Pflege unterzeichnet. Sie unterstreicht das Ziel, die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu einem selbstverständlichen Teil unserer Unternehmenskultur werden zu lassen. Im gleichnamigen Kompetenztraining „Beruf & Pflege“ wer- den Themen wie Herausforderung Beruf & Pflege, Krankheits- bild Demenz, Depression im Alter, finanzielle und rechtliche Aspekte, praktische Hilfen im Pflegealltag sowie der Umgang mit der Trauer behandelt. Die Teilnahme ist freiwillig und an- fallende Kosten werden vom Arbeitgeber übernommen. Pflege-Guides Unternehmensinterne Pflege-Guides begleiten Mitarbeitende seit Dezember 2014 bei der Herausforderung, ihren beruf- lichen Alltag mit der Pflege einer nahestehenden Person zu vereinbaren. Als Ansprechpartner im Unternehmen geben die Pflege-Guides Orientierung und informieren Betroffene über Beratungsmöglichkeiten, Adressen von Pflegeeinrichtungen und die wichtigsten Fakten zum Thema. Zusätzlich erhalten Mitarbeiter Hilfestellung zu ersten Schritten sowie bei der Vorbereitung auf Beratungsgespräche. Neu entstehende Bedürfnisse können Mitarbeiter in ihrem Entwicklungsgespräch ansprechen. Ein offenes Ohr und aktive Hilfestellungen schaffen im gesamten Unternehmen Bewusst- sein für dieses – bisher im Stillen – behandelte Thema. Charta für Beruf und Pflege 1Wir wollen ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem die Pfle- ge der Angehörigen kein Tabu ist. Wir stimmen darin überein, dass Beschäftigte, die Angehörige pflegen oder betreuen, eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe übernehmen. 2Wir wollen eine Organisationskultur fördern, die von Respekt und Wertschätzung für die Übernahme der Ver- antwortung für pflegebedürftige Angehörige geprägt ist. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass alle Beschäftigten, insbesondere solche mit Führungsauf- gaben, diese Werte erkennen, teilen und leben. 3Wir wollen einen lösungsorientierten Umgang mit den Situationen der pflegenden Beschäftigten etablieren, denn jede Pflegesituation ist anders und kann sich zudem immer wieder ändern. 4Wir wollen den innerbetrieblichen Informationsstand über die gesetzlichen Rahmenbedingungen und über die im Betrieb und in der Kommune vorhandenen Unterstützungsleistungen bei allen Beschäftigten verbessern. 5Wir wollen einen innerbetrieblichen Dialog über unse- re Aktivitäten bei der Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege aufbauen und regelmäßig innerbe- trieblich Auskunft über die erfolgten Fortschritte geben. 6Wir wollen unser Engagement für eine bessere Verein- barkeit von Beruf und Pflege zu einem Bestandteil des externen Dialogs machen. Die Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Herausforderungen ist ein wichtiger Bestandteil im jährli- chen Entwicklungsgespräch.

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